Unglaublich aber wahr: Auch im Hochsommer wird geheizt

Viele Verbraucher gehen wie selbstverständlich davon aus, dass die Heizung im Sommer automatisch ausschaltet. Andere, die die Heizung eigenhändig am Thermostatventil abgedreht haben, glauben, dass auch die Heizungspumpe still steht und keinen Strom unnötig verbraucht. Und so sollte es bei einer modernen Heizungsanlage auch sein, so die Energieberater der Verbraucherzentrale. Heizungsanlagen müssen nach dem heutigen Stand der Technik mit einer vollautomatischen Heizungsregelung ausgestattet sein, die über einen Außentemperaturfühler in den Sommerbetrieb umschaltet und damit die Heizkreispumpe ausschaltet. Der Kessel wird dann nur für die Warmwasserbereitung eingeschaltet. Ob die Heizungsanlage bei einer Außentemperatur von 20°C (Standard) oder vielleicht 18°C oder 22°C in den “Sommerbetrieb” geht, kann am Regelgerät der Heizungsanlage über die Heizgrenztemperatur eingestellt werden.

In vielen Fällen sind die Installationen aber noch nicht vollautomatisch oder nicht optimal eingestellt. Wenn dann zusätzlich auf eine Nachtabsenkung (Absenkung der Heiztemperatur in der Nacht z.B. von einer Raumtemperatur von 20°C auf 15°C) verzichtet wurde, kann es bei einer kühlen Sommernacht passieren, dass die Heizungsanlage anspringt. Wer im Sommer vergisst, die Thermostatventile zuzudrehen, der verheizt versehentlich sein Geld. Denn: Sind nachts die Fenster geöffnet, so dass der Raum abkühlt, öffnet das Thermostatventil, die Heizkörper werden unnötig warm und verschwenden Energie. Selbst wenn die Thermostatventile zugedreht sind, aber die Heizungspumpe in Betrieb ist, wird bei Einrohrheizungen das Heizungswasser permanent durch die Leitungen umgewälzt. In diesem Fall werden zwar die Heizkörper nicht warm, aber es entstehen Wärmeverluste durch ungedämmte Heizungsrohre.

Wer seine Heizkörper im Sommer abgedreht hat, sollte also auf alle Fälle zusätzlich kontrollieren, ob auch die Heizungspumpe still steht, damit sie nicht unnötig Strom verbraucht, rät die Verbraucherzentrale. Verfügt eine Heizungsanlage nicht über ein modernes Regelgerät mit Außentemperaturfühler, sollte dieses nachgerüstet werden. Dafür gibt es Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Im Rahmen der Sonderförderung zur Optimierung der Wärmeverteilung im Rahmen bestehender Heizungsanlagen werden Maßnahmen zur Verbesserung der Regelungstechnik mit einem Zuschuss in Höhe von 25 Prozent der Investitionssumme gefördert. Bei einer Investitionssumme unter 400 Euro beträgt der Zuschuss 100 Euro. Für alle Fragen zur Heizungstechnik sowie zum Energie sparen allgemein stehen die Energieberater der Verbraucherzentrale gerne zur Verfügung.

Die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Für eine persönliche Beratung in einer der 13 Beratungsstellen im Saarland ist eine Anmeldung erforderlich.

In Saarbrücken finden die Beratungen bei der Verbraucherzentrale im Haus der Beratung, Trierer Straße 22, statt, Anmeldung unter 0681 500 89 -15 oder (-0). In Dillingen findet die Beratung in der Merziger Str. 46 statt, Anmeldung unter 06831 97 65 65, in Merzig in der Bahnhofstr. 1, Anmeldung unter 06861 5444, in Neunkirchen in Rathaus, Zi. 407, Anmeldung bei der Zentrale in Saarbrücken.

 

 

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